05.04.2026 ·
Peter Bernscherer
2.500 Kilometer für Rettung und Sicherheit in CharkivEin Rettungswagen aus Vorarlberg und ein Feuerwehrfahrzeug aus Leonding haben nach langen und anspruchsvollen Fahrten ihre Ziele in der Ukraine erreicht. Der Rettungswagen ist nun stationiert in der onkologischen Kinderklinik in Charkiv, nur 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt, während das Feuerwehrfahrzeug aus Leonding seine Arbeit in der kriegsgeschädigten Stadt aufgenommen hat. Beide Fahrzeuge sind Zeichen der österreichischen Solidarität mit einer Stadt, die unter den Auswirkungen des Krieges schwer leidet. Charkiv: Industrie- und Universitätsstadt im KriegszustandCharkiv ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine und ein wichtiges Zentrum für Industrie und Wissenschaft. Doch die Stadt trägt schwere Wunden von Russlands Angriffskrieg. Die sichtbaren Zerstörungen sind verheerend: Wohnhäuser sind beschädigt oder zerstört, ganze Stadtteile tragen Narben von Bombenangriffen. Rettungs- und Feuerwehrkapazitäten sind angespannt und überfordert. Vor diesem Hintergrund ist jede Unterstützung – wie diese beiden Fahrzeuge – ein entscheidender Beitrag für die Rettungs- und Brandschutzkräfte sowie für die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Der Rettungswagen: Für die einzige onkologische Kinderklinik der RegionDie Bedeutung der onkologischen Kinderklinik in Charkiv kann kaum überschätzt werden. Sie ist die einzige Klinik dieser Spezialisierung im Umkreis von 500 Kilometern. Hier werden Kinder mit Leukämie und anderen Krebserkrankungen behandelt. Der Rettungswagen ist daher nicht nur eine logistische Unterstützung, sondern ein entscheidender Teil der medizinischen Infrastruktur – er ermöglicht es den Kindern und ihren Begleitern, zur lebensrettenden Behandlung zu gelangen.Das Feuerwehrfahrzeug: Für Stadt und BevölkerungDas Feuerwehrfahrzeug aus Leonding leistet einen wichtigen Beitrag zur Brandbekämpfung und zum Katastrophenschutz in Charkiv. In einer Stadt, die von Bombenangriffen heimgesucht wird, sind funktionierende Feuerwehrfahrzeuge essentiell. Sie sind notwendig, um Brände zu löschen, Menschen in Notlagen zu retten und Infrastruktur zu schützen. Das Fahrzeug aus Österreich erweitert die Kapazitäten der lokalen Einsatzkräfte und ermöglicht es ihnen, schneller und effektiver zu helfen.Bilder einer zerstörten KlinikBesonders eindringlich sind die Bilder einer Klinik in Charkiv, die zwei Monate lang von russischen Soldaten besetzt war. Der Operationssaal ist geplündert, die Ausstattung zerstört. Der Direktor steht in seinem ehemals repräsentativen Büro – das Ausmaß der Verwüstung ist unfassbar. Nach nur zwei Monaten der Besetzung ist die Klinik kaum wiederzuerkennen. Diese Bilder zeigen eindrucksvoll, wie wichtig der Zugang zu funktionsfähigen medizinischen Einrichtungen und Ausrüstungen für die Ukraine ist. Dankbarkeit der PatientenDie Kinder und ihre Familien sind überaus dankbar für die Unterstützung. Sie verstehen, dass dieser Rettungswagen ein Geschenk ist – ein Zeichen, dass sie nicht vergessen sind, dass die Welt ihre Leiden sieht und handelt. Für viele dieser Kinder, die mit Leukämie kämpfen, bedeutet zuverlässige medizinische Versorgung die Chance auf Heilung und ein weiteres Leben. Auch die Bevölkerung Charkivs ist dankbar für das Feuerwehrfahrzeug, das ihre Chancen auf Rettung in Notlagen erhöht.Ein Akt der SolidaritätDer Transport beider Fahrzeuge ist nicht nur eine logistische Leistung, sondern auch ein starkes Zeichen der internationalen Solidarität mit der Ukraine. Erich Hofmarcher und die Kiwanis haben es möglich gemacht – zusammen mit vielen weiteren Helfern und Unterstützern, deren Engagement und Großzügigkeit diese Mission erst ermöglichten. Damit wird eines der humanitären Grundprinzipien gelebt: In Zeiten der Krise nicht untätig zu bleiben, sondern konkrete Hilfe anzubieten.Danke an alle UnterstützerBesonderer Dank gilt allen, die an dieser Mission mitgewirkt haben – von den Organisatoren über die Fahrer bis zu den Spendern und Unterstützern. Durch ihre Hilfe haben zwei Fahrzeuge ihren Weg nach Charkiv gefunden: ein Rettungswagen, der vielen kranken Kindern hilft, die lebensrettende Behandlung zu erhalten, und ein Feuerwehrfahrzeug, das Menschen in Notlagen schützt. Es ist ein Beweis, dass selbst in schwierigsten Zeiten Menschlichkeit und Zusammenhalt möglich sind.
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